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Geschichte der Familie Stäubli in Regensdorf und die Entstehung.

Familie

Alles zum Namen Staubli und Co.

Zum Namen und zur Geschichte der Familie Stäubli in Regensdorf
von Fritz Stäubli, Oberrohrdorf (ausschnitt von Regan-Zunft-Blatt 2002)
1.
Zur Deutung des Namens
Es ist auffallend, dass bei der Deutung des Familiennamens
Stäubli in allen seinen Schreibvarianten sowohl von der Fachliteratur als auch von den meisten Genealogen mehrheitlich auf eine Entstehung im Zusammenhang mit <Staub> und speziell mit <Mehlstaub> hingewiesen wird. Mittelalterliche Mühlensysteme produzierten zur Hauptsache ein Griesähnliches Grobmehl, in weichem viel Kleie enthalten war. Man buk daraus Brot, daneben bildete dieses Schrotmehl zusammen mit Milch den Hauptbestandteil der beim einfachen Volk beliebten Grütze. Der Wunsch nach einem feiner gemahlenen Mehl dürfte vom städtischen Bürgertum und allgemein von den besser gestellten Bevölkerungskreisen ausgegangen sein. Die Herstellung dieses Feinmehls war im Gegensatz zum gröberen Mahlgut mit viel Staubentwicklung verbunden und wurde deshalb auch Stoupmehl genannt.Die mit der Herstellung dieses <staubigen Mehls> Beschäftigten waren dem Mehlstaub in der Mühle sowohl selbst als auch besonders mit ihrer Kleidung ausgesetzt. Man bezeichnete sie im Gegensatz zur bekannten Berufsbezeichnung <Müller> als "Stouper, Stöuber, Stoiber“. Das schweizerische Diminutiv machte daraus <Stoubly, Stöublj', auch <Stöby, Stöbly> woraus sich die heute gebräuchlichen Familiennamen <Stäubli, Staubli, Stäuble> gebildet haben.Dass die Vorfahren der Stäubli etwas mit dem mittelalterlichen Müllereigewerbe zu tun hatten, lassen die folgenden Dokumentationen vermuten: - Um 1250 bis 1350 sind <Stöubly>, Besitzer einer Mühle in Hausen bei Bellikon AG.
Ab etwa 1350 sind Nachfahren dieser Familie in Remetschwil und später in Rohrdorf AG nachgewiesen. Von etwa 1670 an sind keine Mitglieder dieser Sippe mehr am
Rohrdorferberg anzutreffen. (Diese Angaben stammen von Altpfarrer Dr. A. Egioff, der eine Chronik von Rohrdorf verfasst hat.
- 1497 führt ein <Hans Stöbimehl>, eine Mühle in Bronschhofen TG.
- 1535 übernimmt ein <, Barthli Stöublin, > die Fronmühle in Sulz/Leidikon AG.
(Die Angaben zu den beiden letztgenannten Mühlen stammen von Altpfarrer Hermann Stäubli, Winterthur.
Die Entstehung des Familiennamens Stäubli muss demnach im der Zeit vom 13. bis 15. Jahrhundert erfolgt sein und zwar an verschiedenen Orten.
Neben den durch Dr. Carl Stäubli in seiner Chronik von 1918 dokumentierten Horgener Stäubli (erste Erwähnung des Namens im Jahr 1344 in Zimmerberg ob Horgen) existierte - davon völlig unabhängig - eine Linie am Rohrdorfehrberg (von etwa 1250 bis 1670. Artpfarrer Hermann Stäubli hat in ausgedehnten Forschungen den in der Ostschweiz entstandenen
Egnacherstamm namhaft gemacht, wo bereits 1355 ein «Stöbli> in einer Urkunde des Klosters Reichenau erscheint. Von 1481 an ist zudem eine auf Sulz im Fricktal konzentrierte <Stäuble»-Population> nachgewiesen, welche bis heute in diesem Dorf stark vertreten ist.
Damit sind nicht weniger als vier Stammzellen des an sich nicht sehr häufigen Familiennamens bekannt. Ob zwischen einzelnen Populationen Verbindungen bestanden haben, lässt sich nicht beweisen, höchstens vermuten. Am ehesten könnte man sich die Stäuble der Sulzerlinie als exilierte Rohrdorfer vorstellen, da der Alte Zürichkrieg (1440-1446) am Rohrdorferberg starke Zerstörungen verursacht hat, was wohl gewisse Bevölkerungsteile zur Emigration in weniger betroffene Gebiete veranlasse haben könnte.
Als recht gut abgestützte Hypothesen können die folgenden zwei Aussagen betrachtet werden:
1. Der Familienname Stäubli weist in all seinen Varianten auf eine Entstehung im mittelalterlichen Müllereigewerbe hin.
2. Es gibt 4 ursprüngliche Stäubli-Sippen in der Schweiz, nämlich in
Horgen, Egnach, Rohrdorf und Sulz.
Nicht auszuschliessen ist, dass es andernorts, so im angrenzenden Ausland (etwa in Süddeutschland, im Vorarlberg und im Eisass) weitere Stäubli-Populationen gibt, die eine vergleichbare Etymologie besitzen.
2. Zur Geschichte der Regensdorfer Stäubli Am 25. November 1721 heiratete der damals 24-jährige Heinrich Staubli die 18-jährige Regensdorferin Margreth Frej, geb. 1703. Diese Hochzeit begründete die Regensdorfer Linie des Geschlechts der Stäubli. Der junge Ehemann war am 19. April 1697 in Horgen geboren worden als Sohn eines Heini Stäubli. Der Familienname Stäubli (in heutiger Schreibweise) ist am Zürichsee seit 1344 aktenkundig. Der Arzt Dr. Carl Stäubli verfasste 1918 eine umfangreiche Chronik über die in der Gegend von Horgen ansässige Sippe. Nicht dokumentarisch belegt ist, wo sich das Regensdorfer Stammpaar Heinrich und Margreth kennen gelernt hat. Möglich, dass diese Romanze ihren Ursprung in der Stadt Zürich hatte, wo vielleicht Margreth als Magd und Heinrich als Schiffsknecht in Stellung waren.
Die Familie Frey (Frei) betrieb in Regensdorf ein kleines Bauerngut, hatte zwei Töchter, aber keine männlichen Nachkommen. So dürfte die Einheirat eines Stäubli in die Familie Frey nicht unwillkommen gewesen sein.
In den Haushaltrodeln der Gemeinde Regensdorf erscheint in den Jahren nach 1720 in ununterbrochener Abfolge der Haushalt einer Familie Stäubli. Interessant ist, dass über einen langen Zeitraum immer nur diese Familie mit dem Namen Stäubli in den Rodeln erwähnt wird. Das lässt den Schluss zu, dass jeweils ein Sohn das elterliche Bauerngut weiterführte, während die allenfalls vorhandenen weiteren Söhne von Regensdorf fortzogen und anderswo ihre Familien gründeten. Die Nachfahren von deren Familien wie auch die Verbindungen aller Töchter der Regensdorferfer Familie Stäubli haben sich bis heute den Nachforschungen entzogen.
In den erwähnten Gemeinderodeln, welche als Grundlage für die Besteuerung (Zehnten) dienten, sind heute kurios anmutende Bemerkungen zu einzelnen Familien eingestreut. So erscheinen zum Beispiel im Revolutionsjahr 1797/98 nebst der Aufzählung aller Mitglieder der Familie des Johannes Stäubli und der Margaretha geb. Kunz die Kürzel "B", <GB> und <KST>. Es handelt sich dabei um Eintragungen des Pfarrers, der damit einer Weisung des Kirchenrats entsprach, die verlangte, dass die Besitzer religiöser Druckwerke und von Kirchenstühlen gekennzeichnet würden. Die Abkürzungen bedeuten:
B = die Familie ist im Besitz einer Zürcher Bibel GB = sie ist im Besitz eines Kirchengesangbuchs KST = die Familie hat einen Kirchenstuhl zu Lehen.
In der sechsten Generation der Regensdorfer Stäubli erscheint mein Grossvater Johannes (geb. 1869), der mit einer Barbara Marthaler von Oberhasli verheiratet war. Er war Bauer, Obsthändler, Blaukreuzpräsident, Philosoph und Laienprediger. Das Ehepaar hatte elf Kinder, wovon drei früh starben. Anfänglich bewirtschaftete man ein kleines Bauerngütchen auf dem Geissberg. Dieses Anwesen erwarb die Familie im Jahr 1899 wie folgt:
Wohnhaus mit Stall Fr. 5000.447 Aren Land, Wiesen und Wald Fr. 3200.-


Ausschnitt von Regan-Zunft-Blatt 2002

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